Ganz aktuell: Nächster Kurs: 17./18. September 2016 Regensburg (siehe Anmeldeformular)

Liebe Interessenten der Traumahelfer-Ausbildung


Auf welchem Weg auch immer Sie zu uns gekommen sind... Jedem unserer bisher über 4.000 Besucher: Danke!

Vorab 10 Sätze zu unserer Idee.

Aktuell sind in etwa 400.000 Flüchtlingskinder in Deutschland angekommen und werden wohl auch mehrere Jahre bleiben, Schulen und Ausbildungen durchlaufen.

Das sollten sie auch. Mit Nutzen für sich und ohne den einheimischen Schülern zu schaden.

Wir wissen, dass Kinder, die sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht konzentrieren können, auch den Lernprozess der anderen beeinträchtigen. (Siehe auch Kriegsschauplatz - Gehirn)

Welche Gründe? Hunger, Stress in der Familie, z.B. auch durch chronische Krankheit, Traumatisierung.

Die ersten Eindrücke weisen darauf hin, dass etwa jedes 40. Flüchtlingskind schwerst traumatisiert ist und mittelfristig umfangreiche professionelle Hilfe brauchen wird, und etwa jedes 10. Kind so beeinträchtigt ist, dass es Symptome zeigt, die wir im obigen Sinn ernst nehmen müssen.

Symptome sind z.B.: Bewegungsunruhe, Unkonzentriertheit, unkooperatives Verhalten, Aggressivität, Schlafstörungen oder Tagträumen.

Unsere Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (ca. 3000 an der Zahl und unsere 700 Kinder- und Jugendpsychiater) können vielleicht noch die schwerst traumatisierten auffangen, aber nicht die große Zahl an Gefährdeten.

Hier beginnt unser Konzept: Die Vielzahl an freiwilligen, ehrenamtlichen Helfern hat uns ermuntert, das im Ausland bereits praktizierte Modell der angeleiteten Laienhilfe, das wir übrigens auch bei uns kennen (Anamnesegruppen oder bei den Anonymen Alkoholikern) hier im wahren Sinne des Wortes ins Spiel zu bringen. Nebenbei: Das Modell auf das wir uns beziehen wird und wurde im Kosovo, in Zentralafrika, Afghanistan oder Südamerika sogar oft von deutschen Psychotherapeuten angestoßen und unterstützt.

Was ist ein Traumahelfer?

1. Ein engagierter Mensch, der sich vorstellen kann, ein Kind für ca. zwei Stunden in der Woche für 10 Termine in Folge verbindlich nach einer 2-tägigen Schulung zu begleiten, und der schlimme Geschichten hören und aushalten kann.

2. Idealerweise jemand, der schon von Berufs wegen eine Ahnung von psychiatrischen Erkrankungen hat und mit Kindern umgehen kann (Medizin-, Psychologie,-Sozialpädagogik-, Lehramts-Studentinnen und Studenten, die in den entsprechenden Arbeitsfeldern bereits hauptberuflich Tätigen, Pflegekräfte, allgemein in Sachen Gesundheit Tätige, erfahrene Eltern etc.)

3. Der oder die unseren Kurs mitgemacht hat und sich dann selbstständig fortbildet (z.B. einschlägige Literatur) und dann Kinder unter kinderpsychotherapeutischer /trauma-therapeutischer Supervision nach unserem Konzept begleitet.

Wie sieht die Traumahilfe genau aus?

Ein Trauma-erfahrener Kinderpsychotherapeut untersucht Kind und Familie, wenn bei dem Kind Symptome wie oben beschrieben zu beobachten sind; evtl. unter Zuhilfenahme eines Dolmetschers, damit die Geschichte auch gut verstanden und dokumentiert werden kann. Die Untersuchung erfolgt bei einem von der KV-zugelassenen Kinder-Psychotherapeuten oder Kinderpsychiater.

Bisher haben wir regional folgende Finanzierungsmöglichkeiten verhandelt:

a) über die Krankenversichertenkarte, wenn vorhanden.

b) nach Ausstellung eines Berechtigungsscheines durch das Sozialamt.

c) über das Jugendamt

d) über Spenden

Ihre Finanzierungsmöglichkeiten müssen Sie abhängig von den Beteiligten vor Ort klären (deshalb ist die Mitarbeit eines Kinder-Psychotherapeuten mit Kassenzulassung sicher hilfreich).

Wie läuft die Behandlung ab

Ist das Kind geeignet, wird es am besten quartalsweise z.B. an einem Nachmittag in der Woche (oder in der Schule, wenn es eine Übergangsklasse besucht und die Schule Zeit und Raum zur Verfügung stellt) mit bis zu 9 anderen Kindern, die auch alle von je einem Traumahelfer begleitet werden in Anwesenheit des erfahrenen Psychotherapeuten behandelt, der "on the flight" supervidiert. Die Gruppe beginnt mit einem gemeinsamen Lied, das bereits Selbststabilisierungstechniken beinhaltet (Entschleunigtes Atmen, Klopftechniken, SURE, Funktionelle Entspannung), dann folgen 10-15 min Spielphase, Emotionsregulation und Dokumentation, eine zweite gemeinsame Stabilisierung, eine zweite Spielphase und dann ein gemeinsamer Abschluss. Im Anschluss daran gibt es noch eine etwa 45 min. Nachbesprechung unter den Traumahelfern mit dem Psychotherapeuten. Nach etwa 10 Wochen ist der Behandlungszyklus beendet. Ältere Kinder arbeiten in kleineren Gruppen mit Techniken der Narrativen Expositions Therapie, 4-Felder-Technik und EMDR. Manchmal geben wir den Kinder auch im wahrsten Sinn des Wortes etwas in die Hand, nicht nur in Form eines stabilisierenden Objekts, sondern gleich auf mehreren Ebenen, indem wir zum Entschleunigten Atmen den Atemtakter-Bär einsetzen.

Unseren Traumahelfern bieten wir über die besagten Behandlungstechniken hinaus im 2-Tages-Kurs

  • erprobte und wissenschaftlich belegte Selbststabilisierungstechniken zur unmittelbaren Entlastung und Psychohygiene sowie
  • Internet-gestützte pseudonymisierte Vorher- Nachher Selbstuntersuchungen mittels Fragebögen um die eigene Belastung während der Traumahelfer-Tätigkeit festzustellen


Die ersten Traumahelfer-Schulungen sind abgeschlossen

Das 1. Curriculum vom 19.-20.12.2015 sowie das 2. Curriculum vom 30.-31.01.2016 sind erfolgreich verlaufen. Wie auch die Ausbildungswochenenden im Februar und April 2016. Wir haben jetzt über 200 Traumahelfer ausgebildet!


Wie wir gesehen haben, reicht die Spanne der Teilnehmer von Afghanistan bis Südafrika, es können also auch Personen von unserem Angebot profitieren, die nicht im engeren Sinn in unserem Traumahelfer-Setting tätig sein wollen, z.B. Lehrer(innen), die unser Handwerkszeug in den Schulklassen einsetzen können oder Menschen in beratenden Situationen (Ämtern), die sich unmittelbar mit Krisensituationen konfrontiert erleben.

Auch Flüchtlingshelfer können Profit daraus ziehen.

Unsere bisher ausgebildeten Traumahelfer sind deutschlandweit von Flensburg bis Rosenheim  sowie in Österreich ansässig und können ab sofort dort tätig werden.

Die Medien waren ebenfalls wieder präsent. Eine Produktion für die Abendschau ist geplant sowie ein Dokumentarfilm über das gesamte Projekt

Im Januar 2016 ist ein Beitrag im Deutschen Ärzteblatt erschienen.

NEUGIERIG???


Sie können sich ab sofort für das 6. Curriculum vom 17.-18. September 2016 anmelden. Bitte nutzen Sie dafür das neben stehende Anmeldeformular.

Ihre Anmeldung ist mit dem vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Formular sowie der Überweisung der Teilnahmegebühr verbindlich.

Achtung! Ein Rücktritt innerhalb von vier Wochen vor Veranstaltungsbeginn ist nicht mehr möglich, Sie erhalten auch keinen kostenlosen Ersatztermin!


Das Konzept "Traumahelfer" wurde in einem Vortrag auf der Tagung "Bewusstsein für den Frieden" in Regensburg am 17.10.2015 etwas ausführlicher dargestellt.
(Siehe youtube-video, ca. 20 min)



 



Kurszeit: täglich 09 Uhr bis 17 Uhr

Ort: Universitätsklinik Regensburg

Kosten: 100€/Person

Viele herzliche Grüße und vielen Dank für Ihr Engagement!


Prof. Dr. Thomas Loew und Beate Leinberger