Liebe Freundinnen und Freunde, 

               liebe Interessenten für die TraumaHelfer-Ausbildung,

NEUE KURSE IN WITTENBERG!!!!!!!!!!!!!

SIEHE VERANSTALTUNGSKALENDER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

schön, dass Sie uns heute besuchen kommen. Seit Beginn der TraumaHelfer-Ausbildung im Jahr 2015 können wir nun auf über 60 Veranstaltungen an mehr als 40 Orten in Deutschland, Europa und zwei weiteren Kontinenten (Amerika und Asien) zurückblicken. 1500 TraumaHelfer, davon 200 in Indien und 160 in Palästina / Gaza haben die Curricula bei uns oder bei den Wittenberger oder Bonner ausbildenden Kollegen durchlaufen. Nach unseren Ideen wird an immer mehr Orten in Bayern, Baden-Württemberg, NRW, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gearbeitet.

Das Besondere an der ursprünglichen Idee war die Zuhilfenahme des Faktors x, der es erlaubt, professionellen Traumapsychotherapeut:innen in Kooperation mit Laienhelfer:innen Gruppenangebote für bis zu 10 Kinder und Jugendliche umzusetzen, die innerhalb von 12 Wochen kontinuierlicher Stabilisierung deutliche und vor allem wissenschaftlich messbare Stressreduktion nach traumatischen Erfahrungen erleben dürfen. Zunächst haben wir uns den etwa 60.000 geflüchteten Kindern und Jugendlichen gewidmet, die in den Jahren 2015/2016 oft unbegleitet, schutzlos und massiv belastet bei uns ankamen. Neben den Sprachbarrieren, kulturellen Unterschieden und der schwer zu bewältigenden Erfahrung von familiärer und örtlicher Entwurzelung war die Neu-Integration in eine fremde Welt beschwerlich und voller Hürden, die in Kombination mit all den negativen Erfahrungen des bisherigen Lebens ein Ankommen und Einleben erschwerten. Nichts lag also näher, hier unkonventionell, schnell, komprimiert und insbesondere effektiv zu helfen. Unsere Idee war: Wenn es jedem TraumaHelfer nur bei einem Kind gelingt, es so zu unterstützen, dass die Schulkarriere funktioniert, keine Klasse wiederholt werden muss, eine Ausbildung oder ein Studium gelingt, wird aus einem Empfänger von Leistungen nicht nur ein politisch und wirtschaftlich erwünschter Beitragszahler, sondern auch eine Persönlichkeit deren verwundete Seelen heilen und gedeihen kann!

Nach 2016 sehen wir uns heute einer neuen Herausforderung gegenüber gestellt, die wir nicht einmal im Entferntesten erahnt hätten: eine weitere Herausforderung, Millionen von Geflüchteten zu helfen, weil sie ihr Heimatland aufgrund aggressiver, machtbesessener Gewalthandlungen verlassen müssen. Erneut werden wir all den Kindern, Jugendlichen und Familien zur Seite stehen und Angebote ermöglichen, um die traumatischen Erfahrungen verarbeiten zu können. Wir wünschen allen ukrainischen Menschen helfende Hände, viel Kraft und sichere Orte und eine Heimat!

Vorab 10 Sätze zu unserer Idee. 
Mittlerweile sind in etwa 600.000 Flüchtlingskinder in Deutschland angekommen und werden wohl auch mehrere Jahre bleiben, Schulen und Ausbildungen durchlaufen.

Wir wissen, dass Kinder, die sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht konzentrieren können, auch den Lernprozess der anderen beeinträchtigen.
Welche Gründe? Hunger, Stress in der Familie, z.B. auch durch chronische Krankheit, Traumatisierung. Die ersten Eindrücke weisen darauf hin, dass etwa jedes 40. Flüchtlingskind so schwer traumatisiert ist, dass es mittelfristig professionelle Hilfe brauchen wird, und etwa jedes 10. Kind so beeinträchtigt ist, dass es Symptome zeigt, die wir im obigen Sinn sehr ernst nehmen müssen, wie z.B. Bewegungsunruhe, Unkonzentriertheit, unkooperatives Verhalten, Aggressivität, Schlafstörungen oder Tagträumen.

Das ist der Ausgangspunkt für unser Konzept: Die Vielzahl an freiwilligen, ehrenamtlichen Helfern hat uns ermuntert, das im Ausland bereits praktizierte Modell der angeleiteten Laienhilfe, das wir übrigens auch bei uns kennen (Anamnesegruppen oder bei den Anonymen Alkoholikern) hier im wahren Sinne des Wortes ins Spiel zu bringen. Nebenbei: Das Modell auf das wir uns beziehen wird und wurde im Kosovo, in Zentralafrika, Afghanistan oder Südamerika sogar oft von deutschen Psychotherapeuten angestoßen und unterstützt. Die Langzeitergebnisse unserer ersten Gruppe in Deutschland haben uns im letzten Jahr ermuntert, den Sprung über die Ozeane zu wagen. In Indien haben wir gelernt, dass andere Länder, Möglichkeiten und Gebräuche spezifische Didaktik erforderlich machen: Aus powerpoint-Präsentationen wurden ein kleines Theaterstücke (etwa das “Brain-Theatre“, über das das Verarbeiten von Eindrücken über die Sinneskanäle, die dazugehörigen Emotionen oder Assoziationen und die Ansatzpunkte der Selbststabilisierungstechniken und die Bewältigung von traumatisierenden Ereignissen) oder kurze Lieder, die vielen Kindern das Einprägen der Stabilisierungstechniken und das Abrufen in der Not erleichtern sollen. Können wir die Lehrer der 4700 Nachmittagsschulen als Multiplikatoren erreichen, könnten bis zu einer ¼ Million Kinder, die zu den ärmsten unseres Planeten zählen, direkt von unserem Einsatz in Telangana und Andra Pradesh profitieren. In Palästina kann es gelingen, das „Erste Hilfe für die Seele“ - Selbststabilisierungsangebot an den üblichen Erst-Hilfe Kurs „anzuflanschen“ um das Wissen über Traumatisierung und wie die psychischen Folgen möglichst gering zu halten. Auch unser Screening-Ansatz wird als praktikabel erlebt und zunehmend eingesetzt und kann dazu beitragen, Kinder und Jugendliche, die mehr Hilfe benötigen zu identifizieren; basale diagnostischen Instrumente können damit  kombiniert werden und die Diagnose nach internationalen Standards in vielen relevanten Sprachen – dank unseres internationalen Helfer-, Studenten und Doktorandenteams – gesichert werden. Dank Euch geht’s weiter!

 

Die ersten TraumaHelfer-Schulungen sind abgeschlossen

Wir haben jetzt über 1500 TraumaHelfer ausgebildet!

Die Spanne der Teilnehmer von Afghanistan bis Südafrika, es können also auch Personen von unserem Angebot profitieren, die nicht im engeren Sinn in unserem TraumaHelfer-Setting tätig sein wollen, z.B. Lehrer(innen), die unser Handwerkszeug in den Schulklassen einsetzen können oder Menschen in beratenden Situationen (Ämtern), die sich unmittelbar mit Krisensituationen konfrontiert erleben.

Auch Flüchtlingshelfer können Profit daraus ziehen.

Unsere bisher ausgebildeten TraumaHelfer sind deutschlandweit von Flensburg bis Rosenheim  sowie in Österreich ansässig und können ab sofort dort tätig werden.

Die Medien begleiten unsere Arbeit erfreulicherweise sehr intensiv, besonders der Bayerische Rundfunk und jetzt auch Al Jazera,  ein Dokumentarfilm über das gesamte Projekt ist am Entstehen. 

Im Januar 2016 ist ein Beitrag im Deutschen Ärzteblatt erschienen.






Das Konzept "Traumahelfer" wurde in einem Vortrag auf der Tagung "Bewusstsein für den Frieden" in Regensburg am 17.10.2015 etwas ausführlicher dargestellt. 
(Siehe youtube-video, ca. 20 min) 






Prof. Dr. Beate Leinberger und Prof. Dr. Thomas Loew