2017-09-05

30.08.2017 Unser letzter TraumaHelfer-Kurstag und Fahrt nach Hyderabad

Liebe Blog-Besucher!
Mit einiger Verzögerung gibt es nun Informationen über unsere letzten Tage in Indien. Das Internet war im gesamten Stadtteil von Hyderabad, in dem wir wohnten komplett zusammen gebrochen, so dass wir online keine Kommunikationsmöglichkeiten mehr hatten.
Auch hatten wir phasenweise kein Wasser (das Duschen musste mal ausfallen und Klo ohne Spülung weckte alte Plumpsklo-Erinnerungen…) und Strom war mal mehr mal weniger da. Wir waren inzwischen geübt, ohne Beamer zu arbeiten, so dass es bezüglich des Kurses keine Probleme gab.
Unser insgesamt letzter der acht TraumaHelfer-Schulungstage ging sehr gut zu Ende. Wir konnten noch einmal weitere 50 Lehrer, College-Studenten und Psychologen in Lifeline-Arbeit unterweisen und unsere zur Neurophysiologie und Stressregulationstechniken erfundenen Songtexte vorstellen. Inder lernen am liebsten mittels kreativer Medien wie Tanz; Theater und Gesang, so dass wir uns ordentlich was haben einfallen lassen müssen ;-)
Die Ergebnisse präsentieren wir demnächst filmreif auf youtube!
Über die zum Schluss überreichten Zertifikate freuten sich unsere Teilnehmer sehr, denn die für Indien sehr hoch gewertete Schulung erhält für den Einzelnen im beruflichen Lebenslauf durch die deutsche Zertifizierung erheblichen zusätzlichen Mehrwert.
Am Abend fuhren wir dann gespannt ins Zentrum von Hyderabad, denn ab jetzt sollten mit großem Festakt die Tausenden Ganeshas im See der Stadt versenkt werden. Die Inder fuhren ihre Gips-Ganeshas auf LKW´s, im Auto oder auf Rollern zum See, zierten noch einmal die Gottheit mit Blumen, “fütterten” sie mit Leckereien, aßen selbst im großen Kreis der Familien und Freunde am Straßenrand bzw. Seeufer, trommelten und tanzten und warfen dann - wenn es kleinere Figuren waren - den Elefantenkopf über den Metallzaun ins Wasser oder ließen riesige 2-3m große Ganeshas mit dem Kran ins Wasser befördern. Am ganzen Ufer standen ein Kran nach dem anderen, denn es mussten viele Ganeshas untergetaucht werden. Dieses Ritual dauert mehrere Tage, denn jede Familie, jeder Straßenzug, jedes Stadtviertel bringt seine eigene Statue. Wenn alle Ganeshas versenkt sind, kommt ein Reinigungstrupp - so sagte man uns -, um den gröbsten Müll wieder aus dem See zu fischen, jedoch ist der See durch die ständige Verunreinigung - Ganesha ist nicht das einzige Festival - so stark verschmutzt, dass sich kaum ein Lebewesen darin aufhält und niemand das Wasser berühren möchte.
Indien ist in vielen Bereichen ein Land voller Gegensätze und man muss sich manchmal innerlich davon abspalten und lieber die Flughunde und den Mond am Himmel bestaunen, als sich den Gedanken über die gerade statt findende üble Umweltverschmutzung hinzugeben…

Beate - 12:30:18 @ Indien Woche 3 | Kommentar hinzufügen

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